am 10. April

Durch die hügelige Allgäulandschaft
von Wangen nach Eglofs bzw. von Eglofs nach Wangen


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Durch die hügelige Allgäulandschaft von Wangen nach Eglofs

Bei schönstem Frühlingswetter traf sich eine große Gruppe von Mitgliedern und Freunden der Ortsgruppe Markdorf des Schwäbischen Albvereins am Markdorfer Bahnhof, um per Zug den Ausgangspunkt der geplanten Tagestour zu erreichen. Man musste gleich zweimal umsteigen: in Friedrichshafen und in Aulendorf, wo der Zug die Himmelsrichtung wechselte, wieder südwärts fuhr und über Bad Waldsee, Wolfegg und Kißlegg schließlich in Wangen eintraf. Gerda Keller hatte der zu erwartende Andrang (55 Teilnehmer) Kopfzerbrechen bereitet, denn für den von Eglofs vorgesehenen Bus zurück nach Wangen wurden nur dreißig Personen zur Beförderung angemeldet. Um sicher zu stellen, dass die gesamte Gruppe abends rechtzeitig den Zug erreichen konnte, mussten 23 Wanderer gleich per Bus nach Eglofs fahren und die Strecke in umgekehrter Richtung laufen. Zuerst staunte man über die für den kleinen Ort großen Gasthöfe, das Rathaus und den Brunnen und stattete dann der Pfarrkirche St. Martin einen Besuch ab. Diese Kirche ist 1770 von dem Konstanzer Bischof Hornstein geweiht worden. Für die Wanderer blieb noch Zeit für eine Einkehr oder den Besuch des kleinen Ortsmuseums. Man erfuhr einiges über den Ort Eglofs, der nordöstlich über dem Argental gelegen ist und 1094 Sitz einer Burg des Albgaugrafen war. Bereits 1275 erhielten die Eglofser Bürger die Rechte und Freiheiten der Reichsstadt Lindau. Später wurde die Herrschaft mehrmals verpfändet und gelangte 1516 von den Monforts an die Reichsstadt Wangen. 1805 wurde Eglofs mit Siggen zum Reichsfürstentum erhoben, was aber nicht von langer Dauer war.
Es begann nun eine genussreiche Wanderung mit prächtigen Aus- und Rückblicken auf die hügelige Allgäu Landschaft, die Nagelfluhkette und den Bregenzer Wald mit der unverwechselbaren Mittagsspitze. Der Weg zog sich über ein Hochplateau hin, querte den Kräuterhof bei Zellers und führte bald zu einer Begegnung mit der von Wangen heraufkommenden Wandergruppe. Es folgte ein ausgedehntes Waldstück, durch das man abwärts ins Tal der Oberen Argen gelangte. Von dort hatte man in dieser Gruppe den einzigen größeren Anstieg die Halden hinauf über Wolfaz nach Deuchelried. Dieser Ort war sanktgallischer Besitz, kam 1307 ans Kloster Salem und wurde 1353 Filiale der Reichsstadt Wangen.
Auf hübschem Weg entlang der Oberen Argen war man dann bald in Wangen, in einem Ort, der erstmals 815 erwähnt wurde, im 12. Jh. wegen seiner verkehrsgünstigen Lage Markt wurde und Anfang des 13. Jh. das Stadtrecht erhielt. Es folgte eine Zeit wirtschaftlicher Blüte durch die Herstellung und den Export von Leinwand und Sensen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Wohlstand allerdings vernichtet. Erst Ende des 19. Jh. ging es wirtschaftlich wieder aufwärts. Als Besucher ist man fasziniert von der Altstadt, ihren markanten Türmen und den teilweise erhaltenen Stadtmauern, den mittelalterlichen Gassen, den bemalten Hausfassaden, dem schmucken Rathaus und den zu dieser Jahreszeit geschmückten Osterbrunnen.
Die nunmehr ermüdeten Wanderer des Albvereins ließen es sich nicht nehmen, eine der zahlreichen Cafés oder Eisdielen, die schon ihre Sitzplätze im Freien anboten, zu besuchen. Am Bahnhof traf man die von Eglofs mit dem Bus eingetroffenen Wanderer und trat mit ihnen die Bahnfahrt Richtung Aulendorf an. Dort verpasste man leider den Zug nach Friedrichshafen-Lindau, weil das Gedränge durch eine entgegenkommende Gruppe auf der Treppe zum Bahnsteig die Bewegung nur im Schneckentempo zuließ. Bevor der Bahnsteig erreicht war, fuhr der Zug auf und davon. Zum Glück gab es noch die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (Geißbockbahn), die von einem anderen Gleis ebenfalls nach Friedrichshafen fuhr. Dort angekommen, hatte man reichlich Zeit, entweder kurz zum See zu laufen oder auf einer Bank das gegenüber liegende denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude anzuschauen. Schließlich konnte man den fahrplanmäßigen Zug besteigen, der alle zurück nach Markdorf brachte.
Besonderer Dank gebührt Gerda und Edmund Keller für die Lösung des logistischen Busproblems und für die Wahl der Wanderroute sowie Karl Beck für die gelungene Organisation der zwar billigen, aber langen Bahnfahrten.

Dr. Brigitte Barth

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Bilder-Copyright: L. Jelitte + G. Keller
Erstellt mit BilderGalerie V2.6.1.1
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