Zu einer Sehnsuchtsreise waren 32 Mitglieder der OG Markdorf des SAV nach Portugal geflogen, um in den faszinierenden Landschaften der Algarve zu wandern. Leiterin der Gruppe war die Wanderführerin Irene Bizer, die diese Reise vorbereitet hatte. Von Stuttgart flog man nach Faro, der Hauptstadt der Algarve, lernte die Reisebegleiterin Fatima und den Busfahrer Manuel kennen, von dem man nach Carvoeiro, einem malerischen Ort am Meer, gebracht wurde. Man bezog die Zimmer mit Meeresblick in einem guten Hotel, dass auf einem Felsplateau oberhalb des Ortes liegt. Im Speisesaal traf man sich zum Abendessen, danach in der Cocktailbar, um einem Gitarrenspieler zuzuhören. Der erste Wandertag begann von Armaça de Pera an der Kapelle de Nossa Senhora da Rocha. Diese befindet sich auf einem weit ins Meer ragenden Felsvorsprung, von dem man in eine schöne Badebucht blickt. Es begann eine spektakuläre Küstenwanderung auf den Sandsteinklippen. Jede Bucht wies andere bizarre Felsformationen auf, die größere oder kleinere bildschöne Sandbuchten einrahmen. Ab und zu traf man auf tiefe Krater, wo das Meer den Sandstein einstürzen ließ. Man hört in ihnen das Meer rauschen, ohne es zu sehen. Nach dieser Wanderung lockte es die Wanderer noch, vom Hotel aus zum Meer hinunter zu laufen und ein Felsencafe zu erkunden. Am nächsten Tag war eine Bergwanderung im Monchiquegebirge angesagt. Man lief durch einen Wald von Eukalyptus, Korkeichen, Mimosen und Rhododendren bis auf den Gipfel des Monte Picota (774 m), wo man zwischen den Felsen weiß blühende Zistrosen entdeckte. Dieser Bergtour schloss sich eine Stadtführung in Silves an. Die Araber hatten die Stadt zu ihrer Hauptstadt gemacht. Heute beeindruckt sie mit einem schönen Rathausplatz, einer gotischen Kathedrale und den roten Zinnen des ehemaligen maurischen Kastells. Die nächste Wandertour verlief wieder an der Küste westlich von Lagos. Man erreichte Porto de Mós und über einen steilen Weg den breiten Sandstrand der Praia da Luz unterhalb einer pittoresken Sandsteinwand. Danach gab es eine Stadtführung in Lagos, wo bereits im 1. Jts. v. Chr. die Phönizier Handel trieben. Ab dem 2. Jh. n. Chr. waren es die Römer, die sich hier niederließen, später die Araber. Lagos war der Hafen, aus dem die Portugiesen mit den von Heinrich dem Seefahrer entwickelten Karavellen in See stachen, neue Länder entdeckten, Schätze erbeuteten und Sklaven verkauften. 1577 wurde Lagos Hauptstadt der Algarve. Der Gang durch die malerische Altstadt führte am Denkmal Heinrichs und an der Plastik des 'ersehnten' Königs Sebastiao vorbei zu einem Museum und durch dieses in die kleine Kirche Igreja de Santo António, die im typisch portugiesischen Barock mit Blattgold überzogene Holzschnitzereien enthält. Ausgangspunkt der Wanderung des folgenden Tages war Paderne unweit von Albufeira. Man lief leicht ansteigend zu einer ehemaligen maurischen Festung, überquerte eine römische Brücke und wanderte auf einem romantischen Pfad, der sich am Flüsschen Quarteira entlang zwischen wuchernden Sträuchern bis zu einem kleinen Gehöft schlängelt, wo man in ländlicher Umgebung rasten konnte. Dann brachte der Bus die Wanderschar nach Albufeira, das erst in der Hochsaison eine Hochburg des Massentourismus wird. Es gibt schöne Strände und eine sehr belebte Innenstadt. Der letzte Wandertag war der Westalgarve vorbehalten, wo der Atlantik hohe Wellen an die Küste wirft und schöne Schaumkronen erzeugt. Der Wanderweg verläuft hoch über dem Meer. Stege führen hinab zu besonderen Aussichtspunkten. Auf der windausgesetzten Hochfläche gab es nur niedrige Büsche und Pflanzen, deren zierliche Blüten in vielen Farben leuchten. In der Praia Clerigo ließ man sich in einem Strandcafe zu Kaffee und Mandeltorte verführen. Fatima und Manuel wurden im Bus von Irene Bizer mit einem Präsent verabschiedet. Am Abschiedsabend im Hotel dankte Gerda Keller in aller Namen der Wanderführerin Irene für ihre Idee zu dieser Reise und deren Realisierung mit einem schönen Präsent. Der Abend klang mit Gitarrenmusik in der Hotelbar aus. Vielleicht kam so etwas wie saudade, Abschiedsschmerz, auf, als man am folgenden Tag mit dem Flieger von Faro abhob. Der blaue Himmel verschwand und wich Gewitterwolken. Man wäre doch so gerne länger geblieben Vielleicht lockt der neu eröffnete europäische Fernwanderweg, die Via Algarviana, das Land wieder einmal zu durchwandern. Dr. Brigitte Barth |