| Ein Spaziergang ist es sicherlich nicht, was die 29 Wanderer auf dem 118 km langen Schluchtensteig unternommen haben. In 6 Tages-Etappen mit Längen von 18 bis 23 Kilometer führt der Weg durch den Südschwarzwald von Stühlingen durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch zum Schluchsee, vorbei am Dom zu St. Blasien, überquert die Hochflächen von Dachsberg und Ibach und windet sich von Todtmoos durch das wilde Wehratal bis zum Ziel, der Stadt Wehr. Der Weg führt durch malerische Schluchten, Klammen, Wasserfälle und Seen, Hochmoore, Blumenwiesen und Hochweiden, bemooste Bäume, Felsenmassive, dichte Tannenwälder und atemberaubende Panoramen. Nach der Ankunft in Stühlingen führt die erste Wanderung entlang der "Sauschwänzle"-Bahnlinie mit ihren Viadukten bis Grimmelshofen, wo dann der Pfad hinein in die Wutachschlucht führt. Der Weg geht stets bergauf bergab und ist durch den ständigen Regen aufgeweicht, die Steine sind rutschig. Jeder ist bemüht sich auf den Beinen zu halten, was aber nicht immer gelingt. Es gibt immer wieder schöne Ausblicke, die aber bei diesem Wetter nicht entsprechend genossen werden können. Die Gruppe ist froh, als sie schließlich die Höhe des Buchenbergs erreicht und dann nach Blumberg absteigen kann und somit das Tagesziel erreicht hat. Am nächsten Tag ist es zwar von oben nicht mehr nass, aber der Weg ist ziemlich aufgeweicht und verlangt ab und zu Balance-Übungen. Die Wanderer erreichen gerade noch rechtzeitig den Bus bei der Schattenmühle, als es wieder zu regnen anfängt. Der folgende Tag beginnt zwar mit Eiseskälte, aber die Sonne wärmt mit ihren Strahlen, und die Wutachachschlucht kann lichtdurchflutet in ihrer vollen Schönheit bestaunt werden. Der Steig folgt weiter der Haslach entlang bis nach Lenzkirch. Dort gibt es in einer kleinen Brauerei eine Führung und danach eine Bier- und Schnapsprobe. Beflügelt vom "Bierteufel" - Schnäpsle wird der letzte Anstieg über das Schwendetal nach Oberfischbach in Rekordzeit überwunden. Von nun an zeigt sich das Wetter von seiner allerbesten Seite, als ob es wieder etwas gutmachen wollte. Die vierte Tagesetappe führt zum Schluchsee und auf den Bildstein, wo man einen einmaligen Rundblick genießen kann. Die Wegraine sind morgens mit Tau bedeckten Spinnennetzen überzogen, es sieht richtig mystisch aus. Die Sonne scheint mit voller Kraft, es ist einfach ein perfekter Herbsttag. Der Pfad hinunter nach St. Blasien entlang dem Windberg Wasserfall geht noch etwas in die Knie. Jedoch nach der Besichtigung des Doms und dem Genuss von Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte ist die Welt wieder in Ordnung. Am nächsten Tag geht es gleich hinauf zum Lehenkopf mit seinem hölzernen Aussichtsturm. Dann folgt der Weg über Hochebenen, wo man weit über die Schwarzwaldlandschaft mit ihren schönen Bauernhöfen blicken kann. Der Abstieg nach Todtmoos ist nochmals recht steil, aber die Mühen werden abermals mit einem "himmlischen" Stück Schwarzwälder Kirschtorte belohnt. Der letzte Wandertag, der mit seiner 23 km Länge auch einiges an Kondition verlangt, ist die "Königsetappe". Der Weg schlängelt sich entlang der Steilhänge des Wehratales. Wenn man tief hinunter zum schäumenden Wasser des Flusses schaut, sollte man einigermaßen schwindelfrei sein. Glücklich und voll von wunderschönen Eindrücken kommen die Wanderer müde in Wehr an. Die Müdigkeit ist aber dann bei der Abschiedsfeier am Abend ziemlich schnell überwunden. Hanspeter Elbe bedankt sich im Namen der Teilnehmer bei den Wanderführern Annemarie und Heinz Wollmann für die gute Organisation und Führung. In fröhlicher Runde lässt man die erlebnisreiche Wanderwoche ausklingen, bevor es am nächsten Morgen wieder in die Heimat geht. Gerda Keller |