Vereinsgeschichte
VON DER MARKDORFER ORTSGRUPPE 1902 - 1939- Teil 2
Im Heft 8
von 1904 des SAV veröffentlichte man eine ausführliche Schilderung von Markdorf, dem Gehrenberg und vor allem
über den neuen Turm. Der Aufstieg zur 30 Meter hohen Plattform war auf soliden Stahltreppen leicht möglich.
Besonders an Tagen mit guter Fernsicht bot sich ein überwältigender Blick auf den Bodensee und die Alpen, von
Bayern bis tief in die Innerschweiz. Der erste Vertrauensmann und Gründer Josef Karle wurde 1904 durch den
Druckereibesitzer Eduard Wagner abgelöst, der bis 1929 Ansprechpartner des Albvereins blieb. Man hatte Probleme mit der
Tilgung und Verzinsung des Darlehens für den Turm bekommen, obwohl man vielerlei Aktivitäten zur Abzahlung der
Schulden in Gang gesetzt hatte. Zuletzt war man gezwungen, den Turm samt Gelände für einen Restpreis von 1800
Reichsmark an die Stadt Markdorf abzutreten, die seit dem 2. Juli 1911 Eigentümer von Turm und Grundstück ist. Auf
dem Höchsten (833 Meter) gründete der Gastwirt Kleemann 1907 die Ortsgruppe Höchsten/Wilhelmsdorf. Die
Aktivitäten der Ortsgruppe Markdorf im SAV erstreckten sich neben Wanderungen auch auf die Gestaltung eigener Feste und
das Mitwirken bei Veranstaltungen anderer Vereine. Doch der erste Weltkrieg 1914/18 und die Inflation 1923 dämpfte das
Interesse sowohl beim "Verkehrsverein" als bei der Ortsgruppe Markdorf nachhaltig. Als wieder eine Stabilisierung eingetreten
war, schaffte man ab 1924 einen bemerkenswerten Neubeginn. Bei der landwirtschaftlichen Ausstellung (1925) und dem
Bodenseemusikfest (1928) beteiligten sich die Mitglieder der Ortsgruppe Markdorf aktiv bei der Durchführung. Das Wandern
in der freien Natur war inzwischen fester Bestandteil geworden, trotz oder vielleicht gerade wegen den nicht gerade rosigen
Zeiten der Jahre um 1930. Neumitglieder wurden 1929 Oberlehrer A. Maier, Hauptlehrer A. Boikenheimer, Dr. Otto Schürer,
Max Walser (Gasthaus "Walser"). Als die NS-Herrschaft 1933 einzog, kam es schnell zu einer totalitären Ausrichtung in
allen Vereinen, nicht nur bei der Ortsgruppe des SAV in Markdorf. Die Nachfolge von Eduard Wagner trat im Jahre 1929 der
Markdorfer Kaufmann Otto Rettich an. Sein Kaufhaus stand beim Untertor (heute Buchhandlung Wälischmüller). Neue
Akzente mit einer stark politischen Ausrichtung wurden ab 1933 gesetzt und mit dem "Führerprinzip" beherrscht. Der
zweite Weltkrieg 1939/1945 setzte allem dann ein Ende.