Vereinsgeschichte

MARKDORF, GENANNT SEIT 817, STADT SEIT 1250
In einer Urkunde, welche im Archiv von St. Gallen/Schweiz aufbewahrt wird, erscheint 817 zum ersten Mal der Ort "maracdorf". Damit ist ein Dorf an der Mark (Grenze) gemeint. Markdorf wird wohl schon um 600 seinen Namen als östlicher fränkischer Grenzort erhalten haben. Bei den Streitereien um das Recht zur Einsetzung der Bischöfe zwischen Papst Gregor VII. und dem deutschen König Heinrich IV. wird Markdorf 1079 wieder erwähnt. Nach hartem Kampf, so wird berichtet, hat man das stark befestigte Kastell (Burg) Markdorf erobert und verbrannt. Als dann 1134 das Kloster Salem gegründet worden ist, haben neben vielen adeligen Herren der Umgebung auch die Freiherren von Markdorf den Schutz des Klosters versprochen und in Urkunden besiegelt. Nun fliessen die Quellen zur Stadtgeschichte reichlicher. Zunächst ist der Ort 1236 als Markt genannt. Unter dem Schutz der Freiherren von Markdorf dürfte um 1250 die Erhebung zu einem kleinen Linzgaustädtchen erfolgt sein. Markt, Zoll, Münzrecht und hohes Gericht waren in der Hand dieser Markdorfer Freiherren, doch 1272 wird auch eine Bürgerschaft erwähnt, ein Zeichen dafür, dass es einen Rat und einen Bürgermeister gab, die von den Bürgern gewählt wurden und damit eine städtische Verfassung vorausgesetzt werden kann. Nach dem Aussterben der Freiherren von Markdorf kam, nach einer rund 60-jährigen Interimszeit unter den Rittern von Homburg, die Stadt 1414 an den Bischof von Konstanz. Er ließ sich von den Markdorfern den Zins für die hohe Ablösungssumme an den Kaiser bezahlen und gewährte dafür weitere Rechte und Freiheiten. Markdorf blühte auf und der Wein war ebenso begehrt wie das Leinen, das aus dem angebauten Flachs als gutes Tuch gesponnen wurde. Schon lange hatte eine Kirche bestanden, auch wenn Teile außerhalb der Stadtmauern noch lange zur Urpfarrei Bermatingen gehörten. Markdorf war spätestens 1200 eine eigene Pfarrei, die über Jahrhunderte zusammen mit der Stadt soziale und kulturelle Aufgaben gemeinsam bewältigte. Arme, kranke und alte Menschen wurden betreut, die Schule unterhalten. Stiftungen finanzierten diese Aufgaben. In sechs Kaplaneien lebten Geistliche und erfüllten neben der Seelsorge auch Aufgaben zusammen mit der Stadt.